Schaudepot

Die Salzfabrik

Der Umbau der Salzfabrik auf der Kokerei des UNESCO-Welterbes Zollverein zum neuen Schaudepot des Ruhr Museums wurde im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. Es gehört zu einem der bundesweit siebzehn von der Bundesregierung geförderten Projekte, „die Modellcharakter haben und über regionale und auch nationale Grenzen hinausstrahlen.“ Die Salzfabrik wurde 1959 als Produktions- und Aufbereitungsstätte im Rahmen des von Fritz Schupp geplanten Kokereikomplexes erbaut, der 1961 seinen Betrieb aufnahm. 1993 wurde die Salzfabrik endgültig stillgelegt. 2017 übernahm das Darmstätter Architekturbüro Planinghaus im Auftrag der Stiftung Zollverein den Umbau des Gebäudes.

Die Architektur

Der Zweckbau aus den 1960er Jahren erscheint von außen eher unauffällig. Die nur zu erahnende imposante Innenarchitektur liefert die Grundlage für eine spektakuläre Präsentation der Sammlungen des Ruhr Museums. Hinter der Fassade eröffnen sich zwei 18 Meter hohe Lichthöfe und die eindrucksvolle Betonskelettstruktur mit ihren Verbindungsbrücken. Diese Innenarchitektur wurde komplett erhalten, ebenso wie die massiven Spuren der Industrieproduktion. Die besondere Binnenstruktur des Gebäudes ermöglicht einmalige Blicke in die Lichthöfe und über die Lichthöfe hinweg in die anderen Etagenabschnitte sowie auf andere Ebenen des Gebäudes und sorgt so für ein fantastisches Raumerlebnis.

Das Schaudepot

Das Ruhr Museum deponiert und präsentiert dort Teile seiner Geologischen, Archäologischen und Historischen Sammlungen. Dabei unterscheidet sich das Schaudepot deutlich von klassischen Museen, da es keine Ausstellung zu bestimmten Themen, sondern die nach bestimmten Kriterien geordneten Sammlungen zeigt. Es veranschaulicht auf beeindruckende Weise die drei Hauptaufgaben eines Museums: Sammeln, Bewahren und Erforschen.

Natur, Kultur, Geschichte

Der Weg durch das Schaudepot des Ruhr Museums verläuft von oben nach unten. Mit dem Panoramaaufzug fahren die BesucherInnen mit spektakulären Blicken durch die einzelnen Etagen bis auf die oberste Ebene. Von dort führt der Weg über die drei Ebenen, Natur, Kultur und Geschichte zurück in das Erdgeschoss. Der Gang durch die Zeit beginnt chronologisch mit den ältesten Sammlungsstücken der Geologie und führt über die Archäologie und die vormodernen Bestände des Mittelalters und der frühen Neuzeit in den Bereich der Industrie- und Zeitgeschichte der letzten 200 Jahre.

ORT Kokerei Zollverein, Unesco Welterbe Zollverein, Essen
KUNDE Ruhr Museum, Essen
JAHR 2018 - 2021
TEAM Alexander Lang, Hannes Bierkämper
PREIS Nominiert DAM Preis 2023